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Abwasser behandeln

Klärwerk Kassel
Klärwerk Kassel



Fast drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 % des gesamten Wasseraufkommens sind Süßwasser, wovon wieder über 90 % als Gletscher und Polareis nicht verfügbar sind. Seit der Industrialisierung im letzten Jahrhundert stieg der Wasserverbrauch und somit die Abwassermenge sprunghaft an. Die Selbstreinigungskraft der Gewässer reichte somit nicht mehr aus, diese Schmutzfrachten abzubauen. Es wurde daher dringend notwendig, die anfallenden Abwässer zu reinigen.

Geschichte des Kasseler Klärwerkes

Die Stadt Kassel führt bereits seit etwa 100 Jahren eine Abwasser- reinigung durch. Das erste Klärwerk, das Ende des vergangenen Jahrhunderts (1896-1898) am heutigen Standort, südwestlich von Wolfsanger, seinen Betrieb aufnahm, bestand aus 5 Absetzbecken, in denen das Abwasser lediglich grob entschlammt wurde.
Bereits in den 30er Jahren forderte die Aufsichtsbehörde eine Erweiterung der bestehenden Anlage, da diese den Anforderungen nicht mehr genügte. Diese Erweiterung umfasste den Bau von zwei Sandfängen, die der Absetzanlage vorgeschaltet wurden. Zur Behandlung des anfallenden Schlammes wurden unbeheizte Erdfaulbecken errichtet.

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg und aufgrund der starken Zunahme der industriellen Produktion drohten die Flüsse zu Kloaken zu werden. Die damalige Reichsanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene forderte deshalb den Bau einer biologischen Reinigungs- stufe, die in der Zeit von 1958-1963 mit einem Kostenaufwand von 8 Mio. DM erstellt wurden. Weiterhin wurden ein Blockheizkraftwerk und zwei beheizte Faultürme errichtet und in Betrieb genommen. Bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme der Anlage, forderte die Aufsichtsbehörde eine höhere Reinigungsleistung als den bis dahin genehmigten 75 %igen Abbau der biologischen Inhaltsstoffe.

Nach einer kompletten Überarbeitung des gesamten Entwässerungs- konzeptes der Stadt Kassel wurden anliegende Umlandgemeinden durch den Bau verschiedener Gruppensammler an das Entwässerungsnetz angeschlossen und das Klärwerk in mehreren Bauabschnitten erweitert. In zwei Jahren wurde der erste und zweite Bauabschnitt mit der Errichtung eines Hebewerkes, einer Rechenanlage, einem Sandfang und einer Vorklärung fertig gestellt und 1979 in Betrieb genommen.

Ein neu errichtetes erweitertes Blockheizkraftwerk als Teil des dritten Bauabschnittes ging im Herbst 1980 in Betrieb. Die zusätzlichen Faultürme mit den dazugehörigen Eindickern konnten im Frühjahr 1982 ihren Betrieb aufnehmen. 1984 war der Bau der biologischen Stufe mit dem Zwischenpumpwerk, den Belebungs- und Nachklärbecken und dem Hochwasserpumpwerk abgeschlossen. 


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Trocknertrommel und Kühlschnecke
Trocknertrommel und Kühlschnecke



In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre kam es zeitweise zu Engpässen bei der Klärschlammentsorgung. Man musste geeignete Entsorgungswege für Kassel finden. Hierzu wurden drei namhafte Ingenieurbüros aus der Abfalltechnik beauftragt. Als Ergebnis wurde 1991 die Klärschlammtrocknung ermittelt. Nach intensiver Planung wurde 1995 mit dem Bau der Trocknung begonnen und im Mai 1998 wurde sie in Betrieb genommen.
Entstanden ist eine zweistraßige Klärschlammentwässerungs- und Trocknungsanlage, die den gesamten Klärschlamm auf 95% Trockenrückstand trocknet. Die gesamte Menge von ca. 5000 Tonnen Klärschlammgranulat pro Jahr wird der Rekultivierung oder der thermischen Verwertung zugeführt.
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Belebungsbecken biologischen Reninigungsstufe
Belebungsbecken in der biologischen Reninigungsstufe



Auflagen aus einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) fordern einen weiteren Stickstoffabbau im Abwasser auf eine Konzentration unter 18 mg/l Abwasser im Ablauf des Klärwerkes.

Durch umfangreiche großtechnische Versuche in der Anlage wurde als Ergebnis ein Gutachten durch die Gesamthochschule Kassel zur weiteren Planung erstellt.
Die sich daraus ergebenen Bauvolumen, die 50% unter denen einschlägiger Richtlinien liegen, wurden einschließlich der Maschinen- und Elektrotechnik 1999 ausgeschrieben und vergeben. Fertig gestellt wurde die erweiterte biologische Reinigung Ende 2003.

Weitere Informationen zur Funktionsweise des Kasseler Klärwerkes finden Sie in der Virtuellen Klärwerksführung.


Technische Daten des Kasseler Klärwerkes

Die technischen Daten des Kasseler Klärwerkes (u. a. Bemessungswerte, Leistungen, Nutzinhalte, etc.) finden Sie mit Stand vom Januar 2007 rechts oben als PDF-Download. Sofern Sie weitere Informationen benötigen, nehmen Sie einfach per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit uns auf.

Klärwerk Kassel


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Wasserablauf Nachklärbecken


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Kontakt:

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Ansprechpartner:
Herr René Walter
Tel.: 0561/987-6614
Fax: 0561/873 600
E-Mail:
walter.a(at)kasselwasser.de

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Fünf historische Fotos des Kasseler Klärwerkes aus dem Jahr 1897.

Zuflussleitung
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Zuflussleitung
Einlaufleitung
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Einlaufleitung
Maschinenhaus
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Maschinenhaus
Schlammverwertung
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Schlammverwertung
Einlaufleitung und Ablaufleitung
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Einlaufleitung und Ablaufleitung

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Besucherführung im Klärwerk
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Vorsicht: externer Link - Enzyklopädie zu Kläranlage (allgemein)
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Downloads

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Technische Daten Klärwerk Kassel
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Satzung über die Abwasserbeseitigung in Kassel
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 Stand: 16.06.2010  Druckversion  Seitenanfang
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